Gehören Sie zur Personengruppe für die eine EU-Insolvenz in Frage kommt?

Prädestiniert für eine EU-Insolvenz sind diejenigen, die aufgrund einer vorangegangenen Firmen- oder Unternehmensinsolvenz mit Ihrem Privatvermögen in Anspruch genommen werden sollen. Dies betrifft Geschäftsführer von juristischen Personen, wie z.B. GmbH´s oder AG´s, aber auch Einzelunternehmer, GBR´s oder Freiberufler. Mehr erfahren...

Die Letztgenannten haften von Hause aus mit ihrem gesamten Privatvermögen, die Geschäftsführer von juristischen Personen oftmals im Rahmen insolvenzrechtlicher Besonderheiten wie Insolvenzverschleppung oder sonstigen persönlichen Inanspruchnahmen.

 

In der Regelinsolvenz werden sämtliche Verbindlichkeiten erfasst, auch die, die aus einer selbständigen Tätigkeit heraus erwachsen sind und nicht deliktisch sind. Mehr erfahren...

Typischerweise sind Angestellte, die ihren Lebensunterhalt in Deutschland verdienen und eine Verbraucherinsolvenz anstreben für eine EU-Insolvenz nicht geeignet, da sich der Lebensmittelpunkt im EU-Ausland schlechterdings darstellen lässt, wenn der Betroffene täglich zur Arbeit fährt und sich sein soziales Umfeld an seinem deutschen Wohnort befindet.

Welche Verbindlichkeiten können überhaupt entschuldet werden?

Grundsätzlich alle Verbindlichkeiten lassen sich entschulden, sofern sie nicht im Rahmen einer deliktischen Haftung angefallen sind.

Die maßgeblichen Verbindlichkeiten, wie Steuerschulden, Lohnsteuerforderungen, offenen Krankenkassenbeiträge und Lohnforderungen, die üblicherweise im Rahmen einer Unternehmens-insolvenz anfallen, sind teilweise entschuldbar.

Aber auch Bankkredite, ob privater oder geschäftlicher Natur sowie übernommene Bürgschaften für Leasing und sonstige Finanzierungsgeschäfte werden entschuldet.

Bei drohenden Insolvenzverfahren von juristischen Personen, in denen eine Insolvenzantragspflicht besteht, sollte man frühzeitig und planvoll agieren und unter Umständen Vermeidungstrategien einleiten, die eine persönliche Haftung ausschliessen. Mehr erfahren...

 

Bei Einzelunternehmern und Freiberuflern besteht eine solche Insolvenzantragspflicht nicht, d.h. Sie können sich den Zeitpunkt der Beantragung selbst aussuchen, sofern kein Dritter, wie z.B. die Krankenkassen, einen solchen Antrag stellt.

 

Doch Vorsicht: Sobald ein Insolvenzantrag gestellt wird, ist das Insolvenzrecht des Staates maßgeblich in welchem der Antrag gestellt wurde, selbst bei späterem Wegzug des Schuldners. Das bedeutet, dass wenn ein deutsches Insolvenzgericht sich für Ihren Insolvenzantrag als zuständig erachtet, eine EU-Insolvenz für Sie ausscheidet und deutsches Insolvenzrecht Anwendung findet.